Castrop-Rauxel, 16.12.2016, von Jan Steinbock

Von der Ehrung direkt in den Einsatz

Im Terminkalender des Ortsverbandes war für den 14.12.2016 ein Termin für eine Ehrung vorgesehen. Unsere Helfersprecherin und Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit, Anne Steinbock, sollte eine Ehrung für ihr ehrenamtliches Engagement am späten Nachmittag im Rahmen einer kleinen Feierstunde zusammen mit anderen zu ehrenden Personen im Foyer des Ratssaales der Stadt Castrop-Rauxel entgegennehmen. Aber es kam etwas anders als geplant.

Ehrung

Gegen 14:30Uhr wurde der Zugführer zusammen mit dem Zugtruppführer zu einer Aufgrabung eines Kampfmittelverdachtspunktes gerufen. Durch die jahrelange gute Zusammenarbeit zwischen der Feuerwehr Castrop-Rauxel, der Polizei und dem Kampfmittelräumdienst der Bezirksregierung Arnsberg ist dies eigentlich keine Besonderheit für den Ortsverband.

Vor Ort stellte sich heraus, dass das Bergungsunternehmen bereits seit dem Vormittag mit der Aufgrabung beschäftigt war und man bis zum Freilegen des Objektes noch ein paar Meter Erdreich vor sich hatte. Da man auf Grund der Wasserhaltung und der damit recht schwierigen Bodenverhältnisse befürchtete, in die Dunkelheit zu kommen, wurde bereits gegen 16:00 Uhr entschieden, eine Bergungsgruppe für den Aufbau von Beleuchtung hinzuzuziehen. Die Aufgrabung erfolgte in direkter Nähe zu einem Bürogebäude in einem Industiergebiet. Da das vermutete Objekt in einer Tiefe von 7,5 m detektiert wurde, war auch ein Statiker vor Ort, um mögliche Setzungen und Veränderungen in den Bodenverhältnissen begutachten zu können. Für den Verbau der Grube wurden zwar Verbauringe benutzt, diese reichten dem Statiker für die Nacht aber nicht aus, sodass man auch hier wieder auf das THW zurückgreifen konnte. Im Nachgang der Maßnahme sollte durch das Bergungsunternehmen die Aufgrabung wieder teilverfüllt werden und der Rest mittels eines Verbaus gesichert werden.

Um 19:00 Uhr war es dann sicher. Man hat eine 5-Zenter-Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg freigelegt. Zeitgleich erfolgte auch die Alarmierung der übrigen Helfer des Ortsverbandes, um die notwenige Evakuierung und Absperrmaßnahmen in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr und der Polizei vornehmen zu können.

Der Zeitpunkt hätte nicht besser gewählt werden können. Die Ehrung unserer Helferin im Foyer des Ratssaales war gerade beendet. Als sie ihre Urkunde gerade in den Händen hielt, lösten von den sie begleitenden Helfern, die im Publikum saßen, die Melder aus. Ebenso der in der Tasche der Geehrten. Somit fiel die Dankesrede recht kurz aus, die mit dem Satz endete: „That´s life.“

Kurz darauf haben sich dann alle Helfer an der Einsatzstelle eingefunden, um die betroffenen Anwohner zu informieren und zu evakuieren. Teilweise hatten die ansässigen Firmen auch noch keinen Feierabend, sodass wir auch hier tätig werden mussten.

Um 20:45 Uhr konnte dann durch den Kampfmittelräumdienst der Bezirksregierung die Entwarnung gegeben werden. Die Fliegerbombe war entschärft und verladen.

Nun begann der Räumdienst die Baugrube bis zu einer Tiefe von 5 m wieder mit Material zu verfüllen. Die restlichen Meter musste mit einer Abstützkonstruktion durch das THW erfolgen, da man in der Nacht nicht mit dem Verdichten des Materials beginnen wollte.     

Insgesamt waren 21 Helfer des THW Castrop-Rauxel im Einsatz. In diesem Jahr war es bereits der fünfte Einsatz im Rahmen einer Beseitigung von Kampfmitteln aus dem Zweite Weltkrieg und sicherlich auch nicht der letzte.


  • Ehrung

  • Ausleuchten der Einsatzstelle

  • Der Bombenbilndgänger

  • Verbau in den Ringen

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